OpenMRS Codejam bei ThoughtWorks

Es gibt wohl viele Möglichkeiten die Welt ein Bisschen besser zu machen, indem man ein wenig seiner freien Zeit und seines Know Hows einbringt. Als Softwareentwickler fällt das im Allgemeinen recht leicht, da man sich an einem von unzähligen gemeinnützigen Open Source Projekten beteiligen kann. Ich habe sowohl Zeit als auch Muse interessante und hilfreiche Projekte zu unterstützen. Der Zeitaufwand für das Projektsetup, die Einrichtung der Entwicklungsinstanz und die Einarbeitung in die fachlichen Themen der Anwendung empfinde ich aber als eine große Hürde.

OpenMRS-logo

Diese Hürde nimmt die Firma Thoughtworks bei ihren Codejams. Thoughtworks unterstützt die Open Source Plattform OpenMRS. Die Software dient zur Erfassung medizinischer Daten und erleichtert die Verwaltung von Krankenakten und somit die Diagnostik und Behandlung in Gebieten mit einer niedrigen medizinischen Infrastruktur. OpenMRS ist seit Jahren in vielen Ländern der Welt im Einsatz. Da es kostenlos ist und niedrige Anforderungen an die benötigte Hard- und Software stellt, wird es auch in vielen Entwicklungs- und Krisenländern verwendet. Die Codejams finden alle paar Monate z.B. in der Hamburger Niederlassung von Thoughtworks statt. Ich besuchte die Veranstaltung am 11.Januar 2013.

Die Einladung ließ viel Interpretationspielraum für den Inhalt des Termins. Die Angabe, dass jeder ohne Vorkenntnisse vorbeischnuppern kann, empfand ich aber als sehr sympathisch. Um 10:00 Uhr gings dann also los. Außer mir nahmen noch fünf andere Gäste und ebenso viele Mitarbeiter von ThoughtWorks an dem Termin teil. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bekamen wir eine kleine Einführung in das System, dessen Verwendung, der Projektorganisation und der technischen Architektur. Die Web-Anwendung setzt auf dem gängigen Technologiestack, bestehend aus SpringMVC und Hibernate auf. In der Präsentationsschicht werden JSPs verwendet deren HTML-Output mit JQuery abgerundet wird.

OpenMRS Technologieübersicht

Nach der Präsentation teilten wir uns zum Pair-Programming auf. Jeder Newbie suchte sich dazu einen alten Hasen von ThoughtWorks. Die meisten Besucher klonten sich das OpenMRS Repository von GitHub und versuchten eine Entwicklungsumgeb zum Laufen zu bringen. Ich arbeitete mit Marvin an dessen Maschine zusammen und konnte somit gleich mit der Entwicklung beginnen. Marvin ist Student und ist über ein OpenMRS-Codejam auf ThoughtWorks aufmerksam geworden. In den kommenden Wochen geht seine Bewerbung für eine Festanstellung in die heiße Phase. Ich drücke die Daumen.

Im OpenMRS-Ticket-System gibt es einige Aufgaben für Einsteiger. Bei den meisten handelt es sich um kleinere Bugs, Übersetzungen, Dokumentation oder Verbesserungen der Codequalität. Wir schnappten und einen einfachen JavaScript-Bug und konnten ihn recht schnell lösen. Also suchten wir uns ein etwas komplexeres Problem. Wir fanden einen Bug, der seine Wurzeln in der Applikationslogik hatte und verbrachten den Rest des Tages damit ihn zu finden und zu lösen. Bevor unsere Änderungen in das Produkt einfließen, müssen noch OpenMRS-Core-Entwickler den Pull-Request akzeptieren.

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Der Codejam war das erste Event auf dem ich mit anderen Entwicklern, freiwillig und auch völlig unvorbereitet an einem Projekt arbeitete. Durch die Einführung bei ThoughtWorks und die Mischung aus uns Neulingen und Entwicklern, die die Software kannten, gelang es doch einigermaßen schnell die ersten Tickets zu bearbeiten. Neben der technischen Unterstützung schaffte ThoughtWorks eine angenehme und produktive Umgebung und stellte Getränke und natürlich Pizza.

Der nächste Codejam findet am 15.März in Hamburg statt. Ich bin dabei.

         

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